Mitmachen – Initiative ergreifen


Kultur- und Heimatgeschichtsverein Hohenthurm e.V.

Wir freuen uns, Sie auf unserer Webseite begrüßen zu dürfen. Der Heimatverein möchte Sie über Hohenthurm, die Geschichte und Veranstaltungen des Ortes und der Umgebung informieren.


Postkarten, Bilder ... unsere Zeitzeugen der Geschichte


Unsere kleinen Schätze der Vergangenheit

Wie schön, dass es Menschen gibt, die unsere Geschichte lebendig halten – mit alten Fotos, Postkarten, Briefen und vielen anderen Erinnerungsstücken. Diese Schätze erzählen von früheren Zeiten, von Menschen, Momenten und Geschichten, die nicht vergessen werden sollten.

Oft liegen sie still zu Hause in Schubladen oder Alben und warten darauf, wiederentdeckt zu werden.

Darum möchten wir Euch ab sofort ein besonderes Stück aus diesen Sammlungen auf unserer Homepage vorstellen.

Lasst Euch mitnehmen auf eine kleine Zeitreise – und vielleicht erkennt Ihr ja das eine oder andere wieder.

 


Häuser erzählen ihre Geschichte - der Dorfkonsum


Aus der Reihe "Häuser erzählen ihre Geschichte, geschrieben von Heidelore Streuber

 

Alte Bahnhofstraße 29

 

Der Dorfkonsum

 

Das Haus sah bis zu den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts völlig anders aus, als heute. Auf der linken Seite befand sich an Stelle des Fensters die Eingangstür, rechts davon gab es  ein Schaufenster, daneben rechts noch ein normal großes Fenster. Der Konsum war, wie alle Geschäfte in Hohenthurm, von Montag bis Freitag ab 8 bis 18 Uhr geöffnet, mit einer Mittagspause von 12 bis 15 Uhr.

Sonnabends wurde um 12 Uhr geschlossen. Wenn man den Laden betrat, stand man unmittelbar vor der Ladentheke. Links dahinter lagen die Brote in einem hohen Regal, darunter war ein Behälter für Brötchen. Die Auswahl an Brot war bescheiden, es gab das so genannte Konsumbrot: ein Dreipfünder Mischbrot für 78 Pfennige, ein Weißbrot war kleiner und kostete 50 Pfennige, allerdings war es nicht immer im Angebot. Manchmal gab es das sogenannte Malfa-Kastenbrot mit einem höheren Roggenanteil und Zugabe von Gerstenmalz.  Später kam das 4-Pfund-Mischbrot für 1,04 Mark dazu. Die gewöhnlichen Weizenbrötchen konnte man für 5 Pfennige pro Stück kaufen. Die Preise für alle Lebensmittel waren festgelegt und für die ganze DDR gültig. Hinter sich hatte die Verkäuferin ebenfalls ein fast deckenhohes Regal mit Mehl, Zucker, Stärke und anderen abgepackten Waren wie Babynahrung/Milchpulver.

Wenn jemand Butter auf seinem Einkaufszettel hatte, öffnete die Verkäuferin eine kleine gläserne Schiebetür im Regal. Dahinter war eine Nische, etwa einen Meter breit und einen dreiviertel Meter hoch, weiß gekachelt. Dort lag ein großer Klumpen frischer Butter. Die Verkäuferin nahm ein Messer, ein Stück Pergamentpapier und schnitt die verlangte Menge Butter davon ab. Auf der Waage kontrollierte sie die Menge, gab etwas zu oder nahm etwas weg. Meist hatte sie das Gewicht gut berechnet, oder die Kunden sagten: „Lassen Sie es so.“ Im Kopfrechnen waren die Verkäuferinnen unschlagbar. Den Kilopreis für Butter, nämlich 10,00 Mark, hatten sie ruck, zuck auf das Stück umgerechnet und auf den Kassenzettel geschrieben. Natürlich mit der Hand. Neben der Butter war in der Nische noch der Platz für die Eier.

Für Mostrich musste man ein Glas mitbringen, der wurde aus einem großen Behälter abgefüllt. Mit Kindern machte sich der Verkäufer  Herr Dinter immer wieder folgenden Spaß. Wenn man sagte: „Ein Glas Mostrich“, bekam man zur Antwort, es gäbe heute nur Senf. Und umgekehrt. Das befüllte Glas kam auf die Waage, und binnen Sekunden erschien auch dieser Preis auf dem Kassenzettel.

Rechts auf dem Verkaufstresen standen zwei Gläser mit Bonbons. Diese Bonbons waren nicht einzeln eingewickelt. Sie wurden mit einer kleinen Aluschaufel unter den aufmerksamen Augen der jüngsten Kundschaft in eine dreieckige Papiertüte geschaufelt und ebenfalls abgewogen. Einmal kam ein kleiner Junge aus einer sehr armen Familie in den Konsum, weil er einen Pfennig gefunden hatte. Er legte den wortlos auf den Tresen, und die – sichtlich erstaunte – Verkäuferin gab ihm dafür einen einzelnen Bonbon. Weitere Süßigkeiten waren die Rolle Drops für 10 Pfennige, Puppenfläschchen mit Liebesperlen, ‚Pfeffi‘, kleine Tabletten mit Pfefferminz- oder Zitronengeschmack, Zuckerstangen für 8 Pfennige, Lutscher für 10 Pfennige. Diese waren flach und länglich, nicht rund wie die Lollis heutzutage. Alle Kinder liebten Gummitiere, die auch lose verkauft wurden, wenn es sie denn gab. Schokoladentafeln lagen hinter der Glasscheibe des Tresens. Schokolade war sehr teuer. Der Preis für 100g reichte von 80 Pfennigen bis über 4 Mark, abhängig vom Kakaoanteil.

„Und noch Maggi.“ Bei diesem Wunsch des Kunden erschien die bekannte braune Viereckflasche mit dem langen Hals in seiner Hand. Damit ging die Verkäuferin „nach hinten“, um – man kann es erraten – das Gewünschte aus einem großen Behälter abzufüllen. Dass es sich dabei nicht um echtes Maggi, sondern um das DDR-Podukt namens Bino-Würze handelte, war klar. Aber man nannte es trotzdem Maggi.

Sollte es am nächsten Tag in einer Familie Sauerkraut geben, musste man sich mit einer Schüssel oder einem anderen Behälter auf den Weg in den Konsum machen. Das Sauerkraut wurde in einem großen Holzfass angeliefert und musste daher ebenfalls genau abgewogen werden. Das gleiche galt für saure Gurken oder eingesalzene Heringe. Und: Nein, natürlich wog das Behältnis beim Preis für Mostrich oder Sauerkraut nicht mit. Dazu gab und gibt es an einer Waage die Tara-Taste.

Von hygienischen Bedenken gegenüber den Schüsseln oder Gläsern der Kunden ist nichts bekannt. Allerdings kannte man eine andere hygienische Herausforderung nur zu gut: Fliegen. Besonders in der wärmeren Jahreszeit waren sie allgegenwärtig. Deshalb hingen von der Decke immer mehrere Fliegenfänger herab. Das sind mit Leim und einem Lockstoff, zum Beispiel Honig, bestrichene Papierstreifen. Das weit verbreitete und für Insekten absolut tödliche Insektizid ‚MUX‘ konnte man wegen der vielen Lebensmittel nicht anwenden.

Entlang der rechten Wand erstreckte sich ein Regal mit Waren, die nicht zu den Lebensmitteln gehörten, wie zum Beispiel Schulhefte oder Schuhkrem, Zahnpasta, Papierfähnchen für den Ersten Mai und ähnliches. Man nannte sie damals ‚Industriewaren‘. Es kam vor, dass im Konsum hin und wieder sogar Fahrräder oder Kühlschränke zu haben waren.

Leider war die Menge nie ausreichend, um die Wünsche aller Kunden zu befriedigen. Es handelte sich bei solchen seltenen Angeboten nur um einzelne wenige Stücke.

Gegenüber vom Verkaufstresen, unmittelbar rechts vom Eingang, standen Holzkisten mit Gemüse, Obst und Kartoffeln. Wenn solches denn im Angebot war…

Besonders in der Vorweihnachtszeit machten sich die Hohenthurmer noch häufiger auf den Weg in den Konsum als sonst, war man doch jetzt auf der Jagd nach Mandeln, Rosinen und weiteren wichtigen Zutaten zum Stolle backen. Diese Zutaten gab es meist nur zugeteilt, zum Beispiel 500 Gramm Mandeln pro Haushalt.

Das gleiche galt für Südfrüchte. Die übliche Menge war 1 Kilo Apfelsinen pro Haushalt oder eine Banane pro Familienmitglied. Beim nächsten Liefertermin musste man sich demzufolge wieder in die Schlange stellen, auch um die bunten Teller mit Schokozapfen, Marzipan, Fondant, Lebkuchen und dergleichen füllen zu können.  Es war jedoch nie vorhersehbar, welche Waren angeliefert wurden oder nicht. Oft hörte man von den Verkäuferinnen den Satz: „Ist nicht mitgekommen.“ Sie hatten auf das Warenangebot keinen Einfluss. Es war eine Tatsache, dass zum Beispiel in Orten mit wichtigen Industriebetrieben oder in Berlin Geschäfte deutlich besser und regelmäßiger beliefert wurden.

Diese Mangelwirtschaft kann man sich heute, wo alles im Überfluss angeboten wird, kaum noch vorstellen.

Eine besondere Erwähnung müssen noch die Eier finden. Es war in der DDR üblich, dass Hühnerhalter regelmäßig Eier in den Verkaufsstellen ablieferten. Für eine bestimmte Anzahl davon gab es eine Gutschrift für den Erhalt von Futterweizen (natürlich gegen Bezahlung). Nur durch diese Maßnahmen konnte sichergestellt werden, dass es im Handel einigermaßen regelmäßig Eier zu kaufen gab.

Den Gesamtpreis für den Einkauf rechneten die Verkäuferinnen per Hand aus. Die Summe wechselte in bar über den Tresen. Zurück wanderten das Wechselgeld und der Kassenzettel mit dem roten Aufdruck ‚KONSUM‘. Dazu bekamen die meisten Kunden noch Konsummarken in Höhe des Umsatzes. Diese Marken klebte man zu Hause in ein Sammelheft der Größe A6 ein.

Einer (grün) und Fünfer (blau) hatte man meist so viele, dass man zusätzliche Einlegeblätter brauchte. Da kamen dann zum Beispiel von Freunden erhaltene Urlaubspostkarten zum Einsatz. Zu einem festgelegten Termin musste man die Umsätze zusammenrechnen, eintragen und die Hefte abgeben. „Umsatzrückvergütung“ – mit diesem Wortungetüm wurde dieser Prozess korrekt bezeichnet. Die Vergütung betrug etwa 1,8 % des Gesamtumsatzes. Für viele Familien war es eine willkommene Hilfe bei der Bezahlung der Einkellerungskartoffeln oder der Kohlenlieferung.

 

Vermutlich wurde der alte Dorfkonsum im Jahr 1971 geschlossen. Anschließend wurde am Mölbitzer Weg ein neuer und größerer Konsum eröffnet.

 


Volkstrauertag


 

 

 

Volkstrauertag

 

 

 

 

Den Opfern der Kriege und aller Gewaltherrschaft

 

Auch in diesem Jahr fanden wir uns am Sonntag, den 16.11.2025 am Kriegerdenkmal ein.

 

Zum stillen Gedenken an die vielen Gefallenen und Opfer beider Weltkriege legten wir Blumen nieder.

 

 

 

 

 

 

 

Thälmann-Denkmal aus dem Dornröschenschlaf erwacht


 

Viele Jahre war es beinahe in Vergessenheit geraten – das Thälmann-Denkmal in Hohenthurm. Versteckt und unbeachtet fristete es ein stilles Dasein, kaum jemand wusste noch von seiner Existenz. Doch das hat sich nun geändert.

 

Der Kultur- und Heimatgeschichtsverein Hohenthurm e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Denkmal zu sanieren und ihm neues Leben einzuhauchen. Mit viel Engagement und Liebe zum Detail wurde das Ensemble instand gesetzt – ein Stück Ortsgeschichte, das nun wieder sichtbar und erlebbar ist.

 

Ein neu aufgestelltes Sitzbank lädt nun zum Verweilen ein. Der Platz hat sich zu einem kleinen, aber feinen Ort der Erinnerung und Begegnung entwickelt. Hier kann man innehalten, verweilen und ein Stück Vergangenheit auf sich wirken lassen.

 

Unser Dank gilt allen, die zur Verwirklichung dieses Projekts beigetragen haben – insbesondere Herrn Machatsch mit seinen Arbeitern, unseren engagierten Mitgliedern, dem Frauenverein und den Anwohnerinnen und Anwohnern. Gemeinsam ist hier etwas Schönes entstanden, das unseren Ort bereichert.

 




Ausstellung  "Von der gräflichen Gutswirtschaft zum Institut für Pflanzenzüchtung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg“


Ausstellung „Von der gräflichen Gutswirtschaft zum Institut für Pflanzenzüchtung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg“

Das kulturelle Leben im Ort stärker zu aktivieren sowie die heimatliche Geschichte zu ergründen und einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Diesem Vereinszweck folgend, konnten wir am 10.08.2024 eine neue Ausstellung im Gemeindezentrum Hohenthurm eröffnen. Inhalt der Ausstellung ist ein Streifzug in Text, Bildern und Exponaten durch die Geschichte des Schlosses Hohenthurm als Sitz des Grafen von Wuthenau hin zu einem Zentrum der Pflanzenzüchtung. Vereinsmitglied Wolfram Schmalz übernahm die Erinnerungen seines Vaters, Prof. Dr. Hellmut Schmalz, dem langjährigen Leiter des Instituts für Pflanzenzüchtung in Hohenthurm, erweiterte diese enorm und war maßgeblich an dem Konzept der Ausstellung beteiligt. Bei herrlichem Sonnenschein fanden viele Hohenthurmer, Gäste aus dem Umland und vor allem eine Vielzahl an ehemaligen Mitarbeitern den Weg zum Gemeindezentrum. Unser Verein war gut vorbereitet und hatte für das leibliche Wohl mit reichlich Kaffee, Kuchen und Getränken vorgesorgt. Eine Vielzahl an Fotos brachte Erinnerungen an zurückliegende Zeiten, ehemalige Mitarbeiter und Fachkollegen zurück. 

Die Ausstellung kann weiterhin auf Anfrage besichtigt werden. 

Kontakt: Kerstin Kirschmann, Vorsitzende des Kultur- und Heimatgeschichtsvereines Hohenthurm e. V., Telefon: 034602/953355.

 


Rosenfelder Dorfplatz


Am 20.10.2023 wurde der Rosenfelder Dorfplatz feierlich eingeweiht. Unser Platz erstrahlt nun im neuem Glanz. 

Nach alten Fotos wurde der Platz durch unseren Verein wieder hergerichtet.

Die Friedenseiche welche zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870-1871 gepflanzt wurde, bekam einen Formschnitt.

Drei Bauernsteine, welche in früherer Zeit als Ort zur Streitschlichtung diente und an ihnen Absprachen verbindlich wurden, fanden an ihren alten Platz zurück.

Es wurde eine neue Abdeckung für den Brunnen gegossen und eine funktionstüchtige Pumpe mit einem Holztrog aufgebaut.

Sogar eine kleine Bank zum Verweilen hat dort ihren Platz gefunden.